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Zur Erinnerung an meine Tante Lula
September 4th, 2009 by Katerina

Zur Erinnerung an meine Tante Lula

Lula Kuprijanowa, geboren und aufgewachsen in St.Petersburg als jüngste Schwester meiner Mutter, zuletzt wohnhaft in Helsinki, wo auch meine Oma (Babuschka) mütterlicher seits und Nina und Wiktor, weitere Kinder meiner Oma, leben. Lula war ein bildhübsches Mädchen und eine wunderschöne Frau, hatte ein sehr großes gutmütiges Herz und war sehr gebildet und schrieb unzählige Gedichte (meistens Liebesgedichte) und Romane. Vor einigen Jahren kam sie auch zum Glauben an die Bibel und an Jesus Christus und als ich sie ein Jahr vor ihrem Tod in Helsinki in ihrer Wohnung besuchte, hatten wir ein sehr intensives, langes und herzliches Gespräch und ich erzählte ihr von meinen Erfahrungen mit Gott und der Bibel und auch sie las jeden Tag darin und hatte eine persönliche Beziehung zu Jesus. Bei diesem Besuch hätte ich nie gedacht, daß es unser letztes Treffen hier auf Erden sein würde. Im Oktober letzten Jahres war sie in der Innenstadt von Helsinki, als ein Fahrradfahrer in sehr hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn auf den Fußweg wechselte und sie dabei rammte, so daß sie nach hinten umfiel und einen Schädelbruch erlitt. Sie kam nicht mehr zu sich um verstarb kurz darauf im Krankenhaus. Meine Tante war sehr zierlich. 4 Wochen vor ihrem Unfall schrieb sie ein Gedicht in russischer Sprache, daß übersetzt so lautete: Ich gehe durch die Straßen von Helsinki und genieße die letzten Sonnenstrahlen, als ich von weitem das Metall eines Fahrrads in der Sonnes glitzern sehe, als es näher kommt, konnte ich nicht ahnen, daß es mein letzter Augenblick sein würde. Sie fuhr vor ihrem Tod auch nach St.Petersburg und traf viele ihrer Schulfreundinnen und Schulfreunde und Verwandten und Bekannten und bat alle, keine Fotos zu machen, man solle sie so in Erinnerung bewahren, wie sie früher aussah. Sie brachte auch in ihrer Wohnung in Helsinki alles so in Ordnung, wie, wenn man eine weite Reise antritt. Als ich dann allein zur Beerdigung flog, führte es Gott vor der Beerdigung so, daß auf dem Weg zum armenischen Friedhof (1 Stunde Autofahrt von der Innenstadt von Petersburg bis zum Friedhof) im Auto neben mir der Pope (so was wie ein Pfarrer) der armenischen Kirche saß. Ich erzählte ihm, wie ich zum Glauben an Jesus und die Bibel kam und zeigte ihm ein paar Bibelstellen in meiner russischen Bibel und fragte ihn, wie die Beerdigung ablaufen würde. Er sagte mir, er würde in hebräischer Sprache aus dem Alten Testament singen. Da meinte ich, daß dies ja niemand dort auf der Beerdigung verstehen würde und bat ihn, doch ein paar Worte in russischer Sprache zu sagen und sagte ihm, was ich sagen würde. Und tatsächlich, als wir vor dem geöffneten Sarg standen und nachdem er gesungen hatte, sagte es in russisch die Worte, um die ich ihn gebeten hatte. So ungefähr, daß das Leben wie ein Bahnhof ist, wo Züge ankommen und abfahren und daß meine Tante schon vorausgefahren ist und wir zwar traurig sind, daß wir uns eine Zeit lang nicht sehen, aber wir Christen die Hoffnung und Zuversicht haben, daß wir uns eines Tages alle wiedersehen, die wir an Jesus glauben, denn Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben und wir kommen zum Vater durch ihn. Nach der Beerdigung konnte ich viele meiner Verwandten und Bekannten tröstende Worte schenken, was mir selber auch gut tat. Denn der Abschied von meiner geliebten Tante fiel mir auch sehr schwer. Und ich habe sowieso sehr nah am Wasser gebaut.

In liebevoller Erinnerung an meine Tante Lula.

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