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Jeden Augenblick glücklich sein – geht das denn überhaupt?
August 5th, 2010 by Katerina

Jeden Augenblick glücklich sein – geht das denn überhaupt?

Viele Jahre meinte ich, ich bin der Typ “Himmelhoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt”. Ich überließ mich meinen Gefühlen und während ich meine Hochs erlebte, fühlte ich bereits nach geraumer Zeit das Heranbrausen seelischer Tiefs, und während ich dieses Tränenmeer durchquerte, plante ich in Gedanken bereits die nächsten Hochs. Beide Extreme kosteten mich jedes mal enorm viel Kraft, die wahren Ausmaße des Auslebens meiner Extremtypzeitepoche kamen jedoch erst viele Jahre später zum Vorschein und endete damit, daß die Hochs immer seltener wurden und die Tiefs immer mehr in die Tiefe gingen. Bis ich irgendwann erkannte, daß ich mein Glück von Umständen abhängig machte. Das Geheimnis dauerhaften Glücks liegt darin, im Hier und Jetzt bewußt zu leben und in dem, was gerade geschieht, das Gute zu erkennen. Das Leben besteht aus vielen aneinandergereihten glücklichen Momenten, doch so vielen Menschen entgeht dieser dauerhaft glückliche Zustand, weil sie in ihren Gedanken nicht im Hier und Jetzt sind, sondern auf das vermeintlich wahre große Glück warten.

Nehmen wir jedoch einmal die Vielzahl von Lottogewinnern,die bereits wenige Wochen nach dem Sechser so zufrieden oder unzufrieden sind wie vor dem Geldgewinn. Dieser sogenannte Setpoint der persönlichen Lebenszufriedenheit entwickelt sich nicht aus berauschenden Momenten, sondern vielmehr aus positiven Gefühlen.

Allerdings muss man sich Zeit nehmen für diese positiven Gefühle und ihnen Raum geben. Ich persönlich bekomme diese positiven Gefühle aus der Gemeinschaft mit Gott, dem Lesen der Bibel, am sich Erfreuen am dem, was ich gerade bewußt wahrnehme: zu lieben, geliebt zu werden, dem Sonnenuntergang, Kinderlachen, einem Regenbogen, einer Person, die mir zurücklächelt, nachdem ich sie angelächelt habe, eines aufrichtigen Lobs von anderen, dem Gelingen einer schwierigen Aufgabe, einem lustigen Film, genug zu essen und trinken zu haben, frische Luft atmen zu können, frei zu sein, u.s.w.

Trotz aller poitiven Gefühle ist es wichtig, auch negative Gefühle zuzulassen, da sie zu unserem Leben dazugehören. Wie könnten wir sonst Verständnis und Mitgefühl für andere aufbringen, wenn wir mit einem permanenten Grinsen und “Ich bin ja so super gut drauf” Spruch durch die Gegend laufen. Wichtig ist es nur, in allem, was uns wiederfährt eine innere dankbare und freudige Haltung zu bewahren. Man kann weinen über ein gerade aufkommendes Gefühl der Trauer oder einer unerfüllten Sehnsucht und gleichzeitig dankbar und zufrieden sein über alles Gute, was einem bereits wiederfahren ist und noch wiederfahren wird. Und ich als Christ weiß, daß ich nie tiefer fallen kann als in Gottes Hand.

Worauf wir jedoch achten müssen, ist, daß das Verhältnis zwischen positiven und negativen Gefühlen 3 zu 1 ist, Glücksforscher nennen diesen Zustand “Tipping-Point”. Wird dieser sogar überschritten, z.B. vier positive erlebte Gefühle zu einem negativen erlebten Gefühl, blühen Menschen regelrecht auf, werden lebendiger, gesünder, strahlen förmlich, werden kreativer, können sich besser konzentrieren.

Im folgenden einige praktische Übungen für den Alltag, wie man es trainieren kann, positive Emotionen zu erleben und negative Gefühle in positive umzuwandeln:

  1. Legen sie sich auf ihrem laptop eine Erinnerungsdatei an. Dort hinein schreiben sie alles auf, was sie glücklich gemacht hat in ihrem Leben, wofür sie dankbar sind, was sie zum Lachen gebracht hat. Auch Fotos, Videos, Lieder, die sie glücklich machen, kommen dort hinein. Wenn sie nun emotional absinken, öffnen sie diese Datei und tanken sie auf an positiven Erinnerungen.
  2. Sehen sie sich öfters einen lustigen Film oder ein lustiges Viodeo an, lesen sie gute Witze oder Anekdoten im Internet, denn Lachen schüttet Glückshormone aus.
  3. Helfen sie, stehen sie im Bus auf, helfen sie einem Blinden über die Strasse, lassen sie jemanden an der Kasse vor, loben sie andere, passen sie auf das Kind eines Nachbarn auf, rufen sie einen einsamen Menschen an oder besser noch, besuchen sie jemanden, der einsam ist, spenden sie dorthin, wo sie ein gutes Gefühl haben.
  4. Schreiben sie sich jeden Tag in eine Datei “Tagebuch” in ihrem Computer, was ihnen an diesem Tag Gutes wiederfahren ist und was sie dabei empfunden haben.
  5. Bewegen sie sich viel an der frischen Luft, Wissenschaftler haben herausgefunden, daß sich in der Luft Moleküle befinden, die klug und glücklich machen.
  6. Essen sie bewußt gesunde frische Nahrung und erfreuen sie sich an jedem Bissen, stellen sie sich vor, wie sie dieses gesunde Essen belebt, kräftigt und stärkt.
  7. Trinken sie viel Wasser, möglichst jede Stunde 1 Glas Wasser, da der Körper Wasser nicht speichern kann, sondern überschüssiges Wasser sofort wieder ausscheidet, so daß regelmäßiges Trinken wichtig für Ihr Wohlbefinden ist. Und ein gesunder Körper trägt viel zum glücklich sein bei.
  8. Überdenken sie die Beziehungen zu anderen Menschen. Umgeben sie sich mit Menschen, die ihnen gut tun und meiden sie Menschen, die nur jammern und ihre Hilfe beantspruchen, ohne wirklich dankbar zu sein. Überlegen sie, wer ihnen in Ihrem Leben wirklich schon alles geholfen hat und schenken sie diesen Menschen eine kleine Aufmerksamkeit zwischendurch, ein unerwartetes, “Ich hab Dich lieb”, eine Schachtel Pralinen oder ein Gutschein für etwas, was derjenige gerne mag.
  9. Schreiben sie auf, wann ihnen in ihrem Leben etwas Schlimmes passiert ist und dieses im Nachhinein eine positive Wendung erfuhr, z.B. kann jemand eine Autopanne gehabt haben, verpaßte sein Flugzeug, und stürzte nicht ab. Oder man wurde krank und verliebte sich in die Krankenschwester, die sich als Traumfrau entpuppte.
  10. Haben sie ein gutes Zeitmanagement, denn Planlosigkeit führt oft zu Streß, der einen wiederum dazu verleitet, Negatives zu fühlen oder schlimmer noch, zu äußern oder auszuleben, planen sie ihren Tag also so, daß sie auch Zeiten der Entspannung haben für ein gutes Buch, Ihre Gebetszeit oder einfach Zeit der Stille, wo sie in sich gehen und loslassen. Lassen sie sich füllen mit Gottes Liebe und Dankbarkeit und Freude.
  11. Halten sie Ordnung, trennen sie sich alle paar Monate von den Dingen, die sie nicht mehr brauchen, geben sie jedem Gegenstand seinen Platz, denn Ordnung und klare Strukturen in Ihrer Umgebung schaffen auch einen klaren Kopf.
  12. Tun sie ihre Arbeit mit Freude, dann müssen sie nie wieder arbeiten. Denn alles, was Freude macht, ist keine Arbeit. Notfalls wechseln sie ihre Arbeit, tun sie das, was Ihnen Freude bereitet und wo sie morgens gern aufstehen.
  13. Pflegen sie ihren Freundeskreis, haben sie nicht mehr als eine Hand voll wahrer Freunde, doch diese betrachten sie als ein Blumenbeet. Spenden sie hin und wieder Wärme, Licht, Liebe, Nahrung und Geselligkeit, nicht zu viel, das erstickt, nicht zu wenig, das läßt vertrocknen. In Maßen eben, so, daß es auch uns dabei gut geht.

Und nun können sie sich selbst noch ein paar Punkte überlegen, die sie in ihrem Alltag umsetzten können, damit sie ein erfülltes überwiegend glückliches leben führen können und die unglücklichen Stunden leichter bewältigen lernen.

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3 Responses  
  • Alexander Paul writes:
    August 21st, 2010 at 02:18

    Hallo Katerina,

    Danke fuer diese Zeilen, die machen ja wirklich munter und frei.
    Ich war erstaunt uber den Zusammenhang von positiven und negativen Gefuehlen zu lessen, dass wir diese in diesem erwaehnten Gleichgewicht halten sollen… Tolle Sache was Wissenschaftler so entdecken…

    Freue mich schon auf Deinen naechsten Artikel.

    Alexander

  • Katerina writes:
    Oktober 29th, 2010 at 23:10

    Danke Dir, lieber Alexander!

  • Christine Müller writes:
    August 29th, 2011 at 12:03

    Hallo Katerina,

    diese Tipps kommen mir wie gerufen! Ich habe schon seit einiger Zeit das Gefühl, dass die “schlechten Gefühle” überwiegen. Ein riesiger innerer Schweinehund verhindert eine Veränderung. Auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass man immer glücklich sein muss überwiegen die schweren Gedanken doch sehr. Ich werde mir deine Tipps zu Herzen nehmen und sie an den Kühlschrank pinnen! Vielleicht kann der anstehende Urlaub eine Veränderung bringen.


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