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Jeden Augenblick glücklich sein – geht das denn überhaupt?
Viele Jahre meinte ich, ich bin der Typ “Himmelhoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt”. Ich überließ mich meinen Gefühlen und während ich meine Hochs erlebte, fühlte ich bereits nach geraumer Zeit das Heranbrausen seelischer Tiefs, und während ich dieses Tränenmeer durchquerte, plante ich in Gedanken bereits die nächsten Hochs. Beide Extreme kosteten mich jedes mal enorm viel Kraft, die wahren Ausmaße des Auslebens meiner Extremtypzeitepoche kamen jedoch erst viele Jahre später zum Vorschein und endete damit, daß die Hochs immer seltener wurden und die Tiefs immer mehr in die Tiefe gingen. Bis ich irgendwann erkannte, daß ich mein Glück von Umständen abhängig machte. Das Geheimnis dauerhaften Glücks liegt darin, im Hier und Jetzt bewußt zu leben und in dem, was gerade geschieht, das Gute zu erkennen. Das Leben besteht aus vielen aneinandergereihten glücklichen Momenten, doch so vielen Menschen entgeht dieser dauerhaft glückliche Zustand, weil sie in ihren Gedanken nicht im Hier und Jetzt sind, sondern auf das vermeintlich wahre große Glück warten.
Nehmen wir jedoch einmal die Vielzahl von Lottogewinnern,die bereits wenige Wochen nach dem Sechser so zufrieden oder unzufrieden sind wie vor dem Geldgewinn. Dieser sogenannte Setpoint der persönlichen Lebenszufriedenheit entwickelt sich nicht aus berauschenden Momenten, sondern vielmehr aus positiven Gefühlen.
Allerdings muss man sich Zeit nehmen für diese positiven Gefühle und ihnen Raum geben. Ich persönlich bekomme diese positiven Gefühle aus der Gemeinschaft mit Gott, dem Lesen der Bibel, am sich Erfreuen am dem, was ich gerade bewußt wahrnehme: zu lieben, geliebt zu werden, dem Sonnenuntergang, Kinderlachen, einem Regenbogen, einer Person, die mir zurücklächelt, nachdem ich sie angelächelt habe, eines aufrichtigen Lobs von anderen, dem Gelingen einer schwierigen Aufgabe, einem lustigen Film, genug zu essen und trinken zu haben, frische Luft atmen zu können, frei zu sein, u.s.w.
Trotz aller poitiven Gefühle ist es wichtig, auch negative Gefühle zuzulassen, da sie zu unserem Leben dazugehören. Wie könnten wir sonst Verständnis und Mitgefühl für andere aufbringen, wenn wir mit einem permanenten Grinsen und “Ich bin ja so super gut drauf” Spruch durch die Gegend laufen. Wichtig ist es nur, in allem, was uns wiederfährt eine innere dankbare und freudige Haltung zu bewahren. Man kann weinen über ein gerade aufkommendes Gefühl der Trauer oder einer unerfüllten Sehnsucht und gleichzeitig dankbar und zufrieden sein über alles Gute, was einem bereits wiederfahren ist und noch wiederfahren wird. Und ich als Christ weiß, daß ich nie tiefer fallen kann als in Gottes Hand.
Worauf wir jedoch achten müssen, ist, daß das Verhältnis zwischen positiven und negativen Gefühlen 3 zu 1 ist, Glücksforscher nennen diesen Zustand “Tipping-Point”. Wird dieser sogar überschritten, z.B. vier positive erlebte Gefühle zu einem negativen erlebten Gefühl, blühen Menschen regelrecht auf, werden lebendiger, gesünder, strahlen förmlich, werden kreativer, können sich besser konzentrieren.
Im folgenden einige praktische Übungen für den Alltag, wie man es trainieren kann, positive Emotionen zu erleben und negative Gefühle in positive umzuwandeln:
Und nun können sie sich selbst noch ein paar Punkte überlegen, die sie in ihrem Alltag umsetzten können, damit sie ein erfülltes überwiegend glückliches leben führen können und die unglücklichen Stunden leichter bewältigen lernen.
Alles nun, was ihr wollt, das euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Denn darin besteht das Gesetz und die Propheten. Matthäus 7,12
Worauf kommt es im neuen Jahr an?
1. Es kommt nicht darauf an, glücklich zu sein, sondern andere glücklich zu machen. 2. Es kommt nicht darauf an, geliebt zu werden, sondern zu lieben und anderen zum Segen zu sein. 3. Es kommt nicht darauf an, sich selbst durchzusetzen, sondern anderen rücksichtsvoll zu begegnen. 4. Es kommt nicht darauf an, dass Gott unseren Willen tut, sondern dass wir seinen Willen tun. 5. Es kommt nicht darauf an, ob wir lange leben, sondern dass unser Leben den rechten Inhalt hat. 6. Es kommt nicht darauf an, was die Menschen von uns denken und sagen, sondern was wir vor Gott sind. 7. Es kommt nicht darauf an, was wir tun, sondern wie und warum wir es tun. 8. Es kommt nicht darauf an, was wir sind, sondern wie wir sind. 9. Es kommt nicht darauf an, ob wir viel Erkenntnis haben, sondern ob wir das Erkannte in die Tat umsetzen. 10. Es kommt nicht darauf an, wann wir sterben, sondern, ob wir bereit sind, Gott zu begegnen. Als ich diese 10 Tipps für das neue Jahr las, wurde ich herausgefordert. Ja, das stimmt, dass für andere dazusein froh macht. Genauso hat Jesus Christus gelebt. Hätte er anders gelebt, was wäre dann aus uns geworden? Detlef Kranzmann
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